Der Reinfall vom Rhin (von Jürgen)

Dies soll hier keine Kritik an der Veranstaltung vom 17.09.2002 werden, auch wenn man dies aus diesem Titel entnehmen könnte. Ganz im Gegenteil - es war ein gelungener Tag!

Ich möchte unseren Berliner Freunden unseren Dank ausdrücken für die gute Organisation.

Aber lest selbst, ich beginne am Anfang.

Christian und ich trafen uns um 6.20 Uhr in Hamburg, da wir gegen 9.30 Uhr am Treffpunkt sein wollten. Wir kamen auf der A 24 recht zügig voran und machten dann schon gegen 8.15 Uhr kurz hinter Neuruppien unsere geplante Frühstückspause. Dies war auch gut so, wie wir hinterher feststellen mussten. Unser Ziel erreichten wir schon 15 Minuten vor dem angesagten Termin. Die Berliner kamen mit einer 1/2 Stunde Verspätung an; Schuld war wohl die "lange" Anfahrt.

Abseits vom Treffpunkt floss der Rhin vorbei. Ich testete hier schon mal die Wassertemperatur. Das Wasser war an dieser Stelle aber nur Knöcheltief, aber die Schuhe und die Hosenbeine wurden schon mal nass. Nach einer kurzen Begrüßung, packten wir die Wechselklamotten in ein Auto und fuhren mit dem 2. Auto zur Abfahrtsstelle. Hier trafen wir noch auf einen weiteren Berliner. Wir mussten leider feststellen, dass statt der geplanten 10 People nur 5 an Bord gehen konnten, und dies war sehr schade. Nach der Anmietung der Boote verstauten wir unsere Utensilien, die wir trocken ans Ziel bringen wollten, so wie Ausweise, Zigaretten und so. Andere Kanufahrer zogen sich aus - wir eher an. Wir waren für die Temperaturen hier (Sonne und etwa 27 Grad) sonnengeschützt bekleidet mit Bomber- oder Jeansjacke und Sweatshirts zu Jeans und Sportschuhen.

Die Fahrt begann...und damit auch schon die ersten Probleme. Wie steuert man ein Kanu, wenn man sich nicht mal einig ist, wer wann links oder rechts paddelt? Christian's und mein Paddel berührten sich dauernd und es gab eine richtige Paddelschlacht. Das 2. Problem...wer steuert eigentlich das Boot? Nun ja wir fuhren bestimmt die doppelte Länge der Strecke in unserem Zickzack-Kurs mit einigen Drehungen. Aber wie wir sehen konnten ging es dem anderen Zweisitzer ähnlich.

Da der See naturbelassen ist, musste man im Wasser auf Sandbänke und auf umgestürzte Bäume gefasst sein. Einige Male konnten wir uns nur mit Hilfe der Paddel wieder von dem Ufer abstoßen, damit wir wieder Fahrt bekamen. Bei diesem Wetter waren sehr viele andere Boote unterwegs, sodaß wir etwas länger paddeln mussten, bis wir eine schöne ruhige Badegelegenheit gefunden hatten. Diese Abkühlung war herrlich! Von den anderen (fremden) Bootsinsassen wurden wir staunend beobachtet, als wir da mit Klamotten im Wasser waren. Mario ist einige Male hinter den Booten ins Wasser gesprungen und irritiert schauten sich die Leute dann um. Auf einige Fragen, was wir da täten antworteten wir "wir kassieren hier die Maut". Oder auf die Frage ob das Wasser nicht zu kalt wäre, antworteten wir "man muss sich nur war genug anziehen".

Bei einem Sprung vom Baum kam Mario mit dem Arsch auf den Grund - oh Mann, das tat weh und hätte auch schief gehen können.
Nachdem wir etliche Fotos im Kasten hatten, fuhren wir weiter und überholten dadurch wieder einige Boote, die an anderer Stelle am Rand Pause gemacht hatten. Der Rhin schlängelte sich mittlerweile in immer engeren Kurven dahin. Die Probleme mit der Steuerung ließen nicht nach. Wir pausierten ein 2. Mal. Und wieder gingen wir baden; und wieder hörten wir die Sprüche von den anderen Kanuten, die uns vorhin schon mal überholt hatten. Die nächsten Fotos wurden gemacht und nach einiger Zeit - unser Magen meldete sich schon mächtig - fuhren wir auch wieder weiter.

Bei der Brücke Rheinshagen weist ein Schild daraufhin, dass man sein Boot an der Brücke vorbeitragen muss. Wir taten dies auch, aber als wir dort eine Zigarettenpause einlegten, fuhr doch ein Boot durch die kleine Röhre der Brücke hindurch und blieb im Wehr hängen. Der Mann stieg aus, war aber auch nur mit einer kurzen Hose und T-Shirt - oder war das ein kurzärmeliges Hemd? - bekleidet, um das Boot wieder freizukriegen. Wir ließen hier auch die anderen Boote mit den Halbnackten an uns vorbei ziehen und fuhren weiter bis zum Ziel. Wir hatten jetzt immer mehr Hindernisse zu umfahren oder zu unterfahren. Es lagen Bäume quer über dem Fluss, da musste man sich schon recht klein machen, damit man sich nicht die Birne stößt.

Kurz vor dem Ende unserer Fahrt mussten wir noch eine Brücke unterqueren, die aber wirklich kaum mehr Platz ließ, als wie das Boot an Höhe hatte. Das Hamburger Boot, also wir, fuhren flach zurückgelegt hindurch. Aber Tommy und Ralf kamen nicht ohne umzukippen durch. Dies war der oben angekündigte Reinfall vom Rhin. Die beiden mussten an Land, das Wasser aus dem Boot kippen und wieder einsteigen. Das war ja auch schon eine wacklige Angelegenheit. Aber wir haben unser Ziel erreicht, konnten dort noch ein wenig planschen und unsere Muskeln ein wenig entspannen.

Da es jetzt mittlerweile 17.30 war, gingen wir zu meinem Auto und zogen uns um, damit wir hier in dem Lokal zum Mittagessen kamen. Das Essen war so richtig nach meinem Geschmack. Wir fuhren dann nach Rheinsberg um das 2. Auto zu holen. Hier verabschiedeten wir noch Ralf und zu viert fuhren wir dann zum Möllensee. Hier machten wir eine erneute Bilderserie, obwohl es allmählich schon dunkler wurde. Gegen 20.30 machten wir dann Schluss und zogen uns wieder trockenen Klamotten an. Die Heimfahrt begann. Mittlerweile spürten wir unsere Muskeln und die Müdigkeit kam. Deshalb machten wir noch eine kleine Tee-/Kaffee-/Zigarettenpause, bevor wir gegen 24.00 Uhr in Hamburg ankamen.

Das Fazit dieses Tages ist eindeutig. Es war zwar ein Reinfall vom Rhin aber was der Tag uns brachte war mit Sicherheit ein hervorragendes Ereignis. Wir finden eine Wiederholung wäre toll. Was mich betrifft, ich wäre, vorausgesetzt meine Zeit erlaubt es, auf jeden Fall wieder mit an Bord.

Nasse Grüße Jürgen